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RATGEBER

Baukasten oder Individuallösung: Was passt zu Ihrem Betrieb?

Ben Schmidt, Inhaber von Flowrenix · Aktualisiert:

Kurzantwort

Für eine Website, die Ihren Betrieb vorstellt, Kontaktangaben zeigt und die Sie selbst pflegen wollen, reicht ein Baukasten in vielen Fällen völlig. Eine individuell gebaute Lösung lohnt sich, wenn auf der Website etwas passieren soll, das ein Baukasten nicht nach Ihren Regeln abbildet, etwa eine Buchung mit eigenen Abläufen, eine Kundenakte, automatische Rechnungen oder ein Abgleich mit anderen Programmen, und wenn Ihnen wichtig ist, dass Code und Daten Ihnen gehören.

Zwei Wege zur eigenen Website

Ein Baukasten ist ein Dienst, bei dem Sie Ihre Website aus Vorlagen und Bausteinen selbst zusammenstellen. Bekannte Beispiele sind Wix, Jimdo oder Squarespace. Hosting und Technik übernimmt der Anbieter, Sie zahlen ein Abo und pflegen die Inhalte in einem Editor im Browser.

Eine Individuallösung wird für Ihren Betrieb gebaut: Seitenaufbau, Funktionen und Datenmodell folgen Ihren Abläufen. Dazwischen liegen Content-Management-Systeme wie WordPress, die sich mit Erweiterungen ausbauen lassen und regelmässige Updates brauchen. Keiner dieser Wege ist grundsätzlich besser; es kommt darauf an, was Ihre Website leisten soll.

Wann ein Baukasten reicht

Ein Baukasten ist eine gute Wahl, wenn Ihre Website vor allem informiert. Das sage ich auch im Erstgespräch so, wenn es zutrifft.

  • Sie brauchen einige Seiten: Angebot, Über uns, Öffnungszeiten, Kontakt.
  • Kunden nehmen per Telefon, Mail oder Kontaktformular Kontakt auf, und das funktioniert für Sie.
  • Sie möchten Texte und Bilder selbst ändern, ohne jemanden zu fragen.
  • Sie möchten schnell starten und die Kosten am Anfang tief halten.
  • Was Sie zusätzlich brauchen, etwa einen kleinen Shop oder ein Terminformular, bietet der Anbieter bereits so an, wie Sie es brauchen.

Wo ein Baukasten an Grenzen kommt

Ein Baukasten kann vieles, aber nur so weit, wie der Anbieter es vorsieht. Funktionen, Gestaltung und Speicherort der Daten bestimmt er. Das ist kein Mangel, sondern das Prinzip: Sie bekommen ein fertiges Produkt und dafür weniger Spielraum.

Spürbar wird das, wenn Ihr Ablauf von der Vorlage abweicht. Eine Buchung, bei der ein Termin gleichzeitig eine Person und ein Fahrzeug braucht, Pakete, die bei jeder Buchung verrechnet werden, oder eine Anbindung an ein Programm, für das es keine fertige Erweiterung gibt: Hier enden viele Lösungen von der Stange. Prüfen Sie ausserdem vor dem Start, welche Inhalte und Daten Sie bei einem späteren Wechsel exportieren können.

Wann sich eine Individuallösung lohnt

Aus meiner Erfahrung kippt die Entscheidung, wenn die Website nicht mehr nur zeigt, sondern Arbeit aufnimmt.

Buchung nach Ihren Regeln

Verfügbarkeiten, Vorlaufzeiten, Absagefristen, mehrere Kalender oder Zahlung bei der Buchung, genau so, wie Ihr Betrieb arbeitet.

Kundenakte

Was ein Kunde gebucht, bezahlt und offen hat, steht an einer Stelle, statt verteilt auf Postfach, Kalender und Excel-Listen.

Automatisierung

Nach dem Termin entsteht die Rechnung, Erinnerungen gehen von selbst hinaus, ein Bestand gleicht sich mit einem anderen System ab, ohne dass jemand doppelt erfasst.

Datenhoheit

Quellcode und Datenbank laufen auf Ihren Namen. Sie entscheiden, wo die Daten liegen, und können den Betreuer wechseln, ohne die Website neu zu bauen.

Kosten über die Jahre vergleichen

Ein Baukasten kostet am Anfang wenig und danach ein regelmässiges Abo. Eine Individuallösung kostet am Anfang mehr, danach fallen Hosting, Domain und, wenn Sie möchten, eine Betreuung an. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Startbetrag, sondern alles, was über einige Jahre zusammenkommt, und rechnen Sie Ihre eigene Zeit für die Pflege mit ein. Welche Posten laufend anfallen, steht im Artikel Was kostet eine Website laufend?.

Verbindlich ist das Kostendach im Angebot: eine schriftliche Obergrenze, bevor ich anfange.

Wie das in meinen Projekten aussieht

Bei der Autolounge AG gleicht die Website den Fahrzeugbestand automatisch mit AutoScout24 ab, niemand erfasst ein Fahrzeug zweimal. Beim Restaurant Gusto d'Oro in Winterthur landen Tischreservierungen in einer Datenbank statt im Postfach. Für die Fahrschule Alfadrive läuft die Buchung mit Kalender je Fahrlehrer und Zahlung in einem eigenen System; die Fallstudie steht unter Alfadrive.

In allen drei Fällen ging es nicht um das Aussehen, sondern um einen Ablauf, den die Website übernehmen sollte. Wie ich solche Websites aufbaue, steht auf der Seite Websites mit Buchung.

Fünf Fragen für Ihre Entscheidung

Wenn Sie die meisten dieser Fragen mit Nein beantworten, ist ein Baukasten wahrscheinlich die passende Wahl.

  • Sollen Kunden auf der Website etwas auslösen, das heute Arbeit macht, etwa buchen, bestellen oder Unterlagen hochladen?
  • Pflegen Sie dieselben Angaben heute an mehreren Orten, etwa im Kalender, in Excel und in der Buchhaltung?
  • Braucht Ihr Ablauf Regeln, die eine fertige Lösung nicht kennt?
  • Soll die Website mit einem anderen Programm Daten austauschen?
  • Ist Ihnen wichtig, dass Code und Daten Ihnen gehören und Sie den Anbieter wechseln können?

HÄUFIGE FRAGEN

Häufige Fragen

Oft ja. Wenn Ihre Website informieren soll und Kunden per Telefon oder Formular Kontakt aufnehmen, ist ein Baukasten meist die günstigere und schnellere Lösung. Das sage ich Ihnen im Erstgespräch auch so.

Ja. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, die Technik wird neu gebaut. Damit Sie bei Google nicht an Sichtbarkeit verlieren, sollten die alten Adressen dauerhaft auf die neuen Seiten weiterleiten.

Ja, Inhalte wie Texte, Bilder und Öffnungszeiten pflegen Sie selbst. Zur Übergabe gehören eine Einführung und eine schriftliche Anleitung. Änderungen an Abläufen und Funktionen übernehme ich.

Wie viel es wird, hängt vor allem an Funktionen, Inhalten und Sprachen. Vor Beginn erhalten Sie ein schriftliches Kostendach, mehr zahlen Sie nicht.

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