RATGEBER
Google-Unternehmensprofil für KMU: einrichten und pflegen
Ben Schmidt, Inhaber von Flowrenix · Aktualisiert:
Kurzantwort
Ein Google-Unternehmensprofil richten Sie kostenlos selbst ein: Sie bestätigen, dass der Betrieb Ihnen gehört, wählen eine passende Hauptkategorie und tragen Name, Adresse oder Servicegebiet, Telefon und Öffnungszeiten genau so ein, wie sie auf Ihrer Website und in Verzeichnissen wie local.ch und search.ch stehen. Danach lebt das Profil von der Pflege: aktuelle Fotos und Zeiten, Antworten auf Bewertungen und die Bitte um eine Bewertung an alle Kunden, ohne Gegenleistung.
Was das Unternehmensprofil ist
Das Unternehmensprofil ist der Eintrag Ihres Betriebs in der Google-Suche und in Google Maps. Wer nach Ihrem Namen oder nach einer Leistung in der Nähe sucht, sieht dort Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos und Bewertungen und kann direkt anrufen oder die Route öffnen. Für viele Kunden ist das der erste Kontakt mit Ihrem Betrieb, noch vor der Website.
Legen Sie das Profil mit einem Google-Konto an, das dem Betrieb gehört, nicht mit dem Konto einer Agentur oder eines Mitarbeitenden. Weitere Personen können Sie später als Verwalter hinzufügen und wieder entfernen. Google verlangt eine Bestätigung, dass der Betrieb tatsächlich Ihnen gehört. Die Methode legt Google fest, etwa ein kurzes Video, ein Anruf oder Post an die Geschäftsadresse.
Name und Kategorien
Tragen Sie den Namen so ein, wie Ihr Betrieb im Alltag heisst: auf dem Schild, auf dem Briefpapier, im Handelsregister. Suchbegriffe oder Ortsnamen im Namen, die dort nicht hingehören, verbieten die Richtlinien von Google, und ein Verstoss kann zur Sperrung des Profils führen.
Die Hauptkategorie beschreibt, was Ihr Betrieb im Kern ist. Wählen Sie die genaueste, die passt, also eher «Autowerkstatt» als «Dienstleistung». Zusätzliche Kategorien sind für weitere Leistungen gedacht, die Sie regelmässig anbieten, nicht für alles, was Sie gelegentlich auch machen.
Adresse oder Servicegebiet
Ob Sie eine Adresse zeigen, hängt davon ab, wo Ihre Kunden Sie treffen.
Kunden kommen zu Ihnen
Laden, Praxis, Werkstatt oder Restaurant: Die Adresse wird angezeigt, damit Kunden den Weg finden. Sie muss ein Ort sein, an dem Sie zu den angegebenen Zeiten tatsächlich anzutreffen sind, kein Postfach und kein virtuelles Büro.
Sie kommen zu den Kunden
Handwerk, Reinigung oder mobile Dienste: Sie blenden die Adresse aus und geben stattdessen ein Servicegebiet an, also die Orte oder Regionen, in denen Sie arbeiten. Das passt auch, wenn Sie von zu Hause aus arbeiten und dort keine Kunden empfangen.
Beides
Empfangen Sie Kunden am Standort und arbeiten zusätzlich bei ihnen vor Ort, können Sie Adresse und Servicegebiet gemeinsam angeben.
Überall dieselben Angaben
Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall gleich lauten: auf Ihrer Website im Footer, im Impressum und auf der Kontaktseite, im Unternehmensprofil, in Verzeichnissen wie local.ch und search.ch, in Kartendiensten wie Apple Karten oder Bing und in Ihren Social-Media-Profilen. Findet ein Kunde zwei verschiedene Nummern, ruft er womöglich die falsche an. Google stützt sich nach eigenen Angaben auch auf Informationen aus dem übrigen Web, etwa aus Verzeichnissen und Artikeln.
Legen Sie eine Schreibweise fest und bleiben Sie dabei, auch bei Kleinigkeiten wie «Strasse» oder «Str.» und dem Format der Telefonnummer. Führen Sie eine kurze Liste aller Orte, an denen Ihr Betrieb eingetragen ist. Ziehen Sie um oder ändert sich die Nummer, passen Sie anhand dieser Liste alle Einträge auf einmal an.
Fotos, Öffnungszeiten und Leistungen
Zeigen Sie echte Fotos statt Bilddatenbank: die Aussenansicht, damit man den Eingang wiedererkennt, die Räume, das Team und Ihre Arbeit. Dazu kommen Logo und Titelbild. Ersetzen Sie Bilder, wenn sich etwas sichtbar verändert hat.
Halten Sie die Öffnungszeiten aktuell und tragen Sie Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Betriebsferien vorher ein. Beschreiben Sie Ihre Leistungen in eigenen Worten und verlinken Sie Ihre Website. Andere Nutzer können Änderungen an Ihrem Profil vorschlagen, und Google übernimmt solche Vorschläge teils selbst. Prüfen Sie deshalb die Hinweise im Profil und korrigieren Sie, was nicht stimmt.
Bewertungen fair erbitten
Bewertungen sind für viele Kunden der Grund, sich für einen Betrieb zu entscheiden. Bitten Sie deshalb aktiv darum, aber fair.
- Bitten Sie alle Kunden gleich, nicht nur jene, die zufrieden wirken. Google untersagt, gezielt nur positive Bewertungen einzuholen.
- Bieten Sie keine Gegenleistung an, weder Rabatt noch Gutschein noch Verlosung. Auch das verbieten die Richtlinien von Google.
- Schreiben Sie keine Bewertungen selbst und lassen Sie keine von Familie oder Mitarbeitenden schreiben.
- Nutzen Sie den Link oder QR-Code, den das Profil zum Teilen anbietet, etwa in der Mail nach dem Auftrag oder auf der Rechnung.
- Antworten Sie auf Bewertungen: danken Sie, gehen Sie sachlich auf Kritik ein und nennen Sie in der Antwort keine Angaben über den Kunden.
Beiträge und laufende Pflege
Über Beiträge können Sie im Profil Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen zeigen, etwa Betriebsferien oder eine neue Leistung. Sie sind keine Pflicht. Lieber selten und zutreffend als häufig und leer.
Planen Sie einmal im Monat eine Viertelstunde ein: Öffnungszeiten prüfen, neue Bewertungen beantworten, Änderungsvorschläge kontrollieren, bei Bedarf ein neues Foto ergänzen. Eine bestimmte Position in der Karte kann Ihnen niemand seriös zusagen. Google nennt als Grundlage der lokalen Ergebnisse Relevanz, Entfernung und Bekanntheit; beeinflussen können Sie vor allem, dass Ihre Angaben vollständig und richtig sind.
Wie ich das in Projekten handhabe
Wenn ich eine Website baue, gleiche ich Name, Adresse und Telefon im Footer, im Impressum und in den strukturierten Daten mit Ihrem Unternehmensprofil ab. Das Profil bleibt in Ihrem eigenen Google-Konto. Brauche ich Zugriff, fügen Sie mich als Verwalter hinzu und entfernen mich danach wieder. Wie ich Websites für Suchmaschinen lesbar mache, steht auf der Seite Sichtbarkeit.
HÄUFIGE FRAGEN
Häufige Fragen
Nein, Einrichtung und Pflege des Profils sind kostenlos. Bezahlte Anzeigen bei Google sind ein eigenes Angebot und keine Voraussetzung für ein Profil.
Nein. Empfangen Sie dort keine Kunden, blenden Sie die Adresse aus und geben ein Servicegebiet an. Für die Bestätigung kann Google die Adresse trotzdem verlangen, zeigt sie aber nicht öffentlich an.
Nein. Die Richtlinien von Google verbieten jede Gegenleistung für Bewertungen, ebenso das gezielte Einholen nur positiver Bewertungen. Bitten Sie alle Kunden auf dieselbe Weise und ohne Bedingung.
Nicht, weil sie schlecht sind. Verstösst eine Bewertung gegen die Richtlinien von Google, etwa weil sie beleidigt oder offensichtlich nicht von einem Kunden stammt, können Sie sie melden; entscheiden wird Google. Alle anderen beantworten Sie am besten sachlich.
Das kann niemand zusagen. Google nennt Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Grundlage der lokalen Ergebnisse. In Ihrer Hand liegen vollständige, richtige Angaben, echte Fotos und Bewertungen echter Kunden.
